Wolle färben mit Ostereier – und Batikfarbe

Hallo ihr Lieben,

lange habt ihr nichts gehört von mir, nun will ich euch aber mal von meiner neuen Leidenschaft berichten. Ich habe immer wieder mal handgefärbte Wolle gesehen, meist in einschlägigen Gruppen bei Facebook oder bei eingefleischten Färbern wie Gesa Drechsler von Buttjebeyy. Nun wollte ich das mal selbst ausprobieren und habe die Wollfärberei erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Ich kann Euch sagen: Es macht riesigen Spaß und der Kreativität sind schier keine Grenzen gesetzt.

IMG_8922.jpg

Da es momentan ja Ostereierfarbe zuhauf gibt, habe ich meine ersten Stränge nach folgender Methode aus Wollweiss in wahre Farbexplosionen verwandelt:

Was Du brauchst:

  • ungefärbte Wolle, bekommt man online ganz gut zum Beispiel bei Supergarne.com
  • Essig, z.B.: Balsamico, oder normaler Haushaltsessig
  • Latex-oder Haushaltshandschuhe
  • Gefässe wie zum Beispiel leere Marmeladengläser, grosse Joghurtbecher oder Ähnliches
  • Messbecher
  • Salz
  • Ostereierfarbe / Batikfarbe
  • Frischhaltefolie
  • Alufolie
  • Backblech
  • Mikrowelle / Backofen

 Beizen der Wolle:

Du bereitest eine grosse Teigschüssel mit Wasser und Essig vor. Ich habe eine Salatschüssel zu dreiviertel mit Wasser gefüllt und mit ungefähr einem halben Liter Balsamessig vermischt. Dann legst du die Wollstränge in dem Essigbad ein, tauchst sie etwas unter, so das sie vom Wasser vollständig bedeckt sind. So lässt du die Wolle ungefähr 45 Minuten „schwimmen“ . Diese Zeit kannst du gut nutzen, um die restlichen Vorbereitungen abzuschliessen.

IMG_8411.jpg

Anrühren der Farben:

Du bereitest nun die Farben zu, so wie es auf der Packung steht. Hierzu benötigst du unter Umständen auch etwas Salz, Essig und heißes Wasser. Ich habe die Farben in Marmeladegläsern angerührt. Das ist sehr praktisch, weil man nicht gebrauchte Farben einfach mit dem Deckel verschliessen kann und später nochmal benutzen kann.

IMG_8417.jpg

Weitere Vorbereitungen:

Du legst nun ein Backblech mit Aluminiumfolie aus. Anschliessend legst Du einen Streifen Frischhaltefolie quer darüber. In diesen wird die gefärbte Wolle später eingewickelt.

Das Färben:

Du nimmst nun einen Wollstrang aus dem Essigbad und drückst ihn vorsichtig in der Spüle oder über einem Eimer aus. Nicht auswringen, das verträgt die Wolle nicht so gut. Der Wollstrang sollte nicht mehr tropfen. Du legst ihn jetzt vorsichtig auf die Frischhaltefolie auf deinem Backblech, und breitest ihn etwas aus, so das er „bequem“ liegt 🙂

IMG_8412.jpg

Nun gehts mit dem Färben los! Bitte ziehe dir dazu Latex- oder Haushaltshandschuhe an. Die Farbe ist wirklich intensiv. Ich habe mit einem Teelöffel immer aus den Farbtöpfchen etwas rausgeholt und über die Wolle geträufelt. Ich für mich persönlich nehme meistens drei Farben. Wenn die Wolle „wildern“ soll, dann träufelt man am besten jeweils eine Farbe immer komplett über die beiden gegenüberliegenden Seite des Wollstranges. (Wildern= Langweilige Streifenfolgen oder Ringelmuster werden vermieden, bei Socken sieht es dann eher fleckig oder ineinander übergehend aus, also kurzweilig und ein Unikat!)IMG_8418.jpg

So fährst du fort, bis der Strang gefärbt ist. Du kannst da ruhig grosszügig mit der Farbe sein, und ruhig auch hochheben und schauen, ob auch genügend Farbe untendrunter angekommen ist.

Nun wickelst Du das ganze in die Frischhaltefolie ein, klappst es zu einem Päckchen zusammen und legst es in eine Schüssel oder auf einen Teller. Das ganze „garst“ Du jetzt auf höchster Wattzahl, jeweils 2x 2-3 Minuten. Durch die Hitze wird die Farbe in der Wolle nun fixiert. (Wenn du keine Mikrowelle hast, dann benutze einfach einen Backofen.  Bei 90 – 100 Grad 45 Minuten „garen“).

IMG_8420.jpgAnschliessend nimmst du das Wollpaket aus der Mikrowelle heraus und legst es in die Spüle oder einen Eimer. So lässt du es liegen, bis es ganz abgekühlt ist. Vorsicht ist geboten, Die Wolle ist wirklich knallheiss!!! Ist die Wolle erkaltet, kannst du die Frischhaltefolie abziehen und die Wolle mit handwarmen Wasser ausspülen. Bitte erst ausspülen, wenn die Wolle auch wirklich abgekühlt ist, da sie sonst klumpt und filzt. Du wirst sehen, das kaum noch Farbe rauskommt. Anschliessend mit ein wenig Shampoo oder Wollwaschmittel baden, ausdrücken (nicht wringen!), und zum Trocknen aufhängen.

IMG_8421.jpg

IMG_8913.jpg

Verarbeitung:

Ist die Wolle getrocknet, kannst du die Stränge zu schönen Zöpfen eindrehen. Oder du wickelst dir mit Hilfe einer Haspel und einem Wollwickler einen schönen Bobbel draus. (Oder dein Mann hält dir bereitwillig den Strang, damit du ein Knäuel wickeln kannst;-) )

IMG_8720.jpg

Ich hoffe, ich konnte dir das Färben von Wolle ein wenig schmackhaft machen. Mir macht es jedenfalls riesigen Spass!

Bis bald,

Euer Helmi

IMG_8911.jpg

Advertisements

Anleitung Helmi`s einfache Häkelmützen

 

Nun naht wieder der windige und kühle Herbst, höchste Zeit, sich ( oder seinen Liebsten) ein paar wärmende Mützen zu häkeln, die aber nicht nur das Köpfchen warmhalten, sondern auch noch pfiffig aussehen! Dieses einfache Grundmodell lässt sich ganz leicht nacharbeiten und erfordert keine grossartigen Häkeltechniken, da es komplett aus Stäbchen gefertigt wird. Für die Abschlusskante kann man Reliefstäbchen als schmückende Borte anbringen. Das einfache Grundmodell ist mit ein paar Stickereien, Bommeln, Perlen oder Knöpfen schnell zu einem einzigartigen Unikat aufgepimpt. Der Phantasie sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Es ist ein Unisex-Modell und kann von Männern und Frauen gleichermaßen getragen werden. Inspiration zu diesen Mützen habe ich bei meiner Freundin Petra Perle bekommen, sie hat auch ein wunderbares Mützenbuch, Mützenmania mit tollen Kreationen geschrieben. Und nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Nacharbeiten. Über die Veröffentlichung Eurer Arbeiten würde ich mich sehr freuen. Euer Helmi 🙂

 

Material, das du benötigst: 

  • 50-100 Gramm Woll-oderWollmischgarn, z.B. „Cora“ von ONline oder „MerinoLino“ von Katia
  • Häkelnadel 4,5mm (ich favorisiere die von ADDI oder von WollLolli)
  • Nadel zum Fäden vernähen

IMG_3022

Anleitung:

Du beginnst mit einem magischen Fadenring oder einer einfachen Schlaufe:

IMG_3024

 

Erste Runde: 

Nun häkelst du 3 Steigeluftmaschen in die Schlaufe (diese bilden sozusagen das erste Stäbchen). Dann häkelst du 15 Stäbchen in die Schlaufe und beendest die erste Runde mit einer Kettmasche in die oberste Schlaufe der drei Steigeluftmaschen. Du hast jetzt insgesamt 16 Stäbchen. Du kannst den Fadenring nun eng zuziehen und wenn du willst, direkt, oder zum Schluß vernähen.

IMG_3025

 

Zweite Runde:

Die zweite Runde beginnst du ebenfalls mit drei Steigeluftmaschen (entspricht dem ersten Stäbchen). Nun häkelst du ein Stäbchen in den Fuss der drei Anfangsluftmaschen. Du hast dann sozusagen die erste Masche verdoppelt. In die nächste Masche häkelst du wieder zwei Stäbchen. So fährst du bis zum Rundenende fort (jede Masche mit Stäbchen verdoppeln), und schliesst mit einer Kettmasche in die obere Schlaufe der drei Steigeluftmaschen. Nun hast du 32 Stäbchen.

IMG_3027

 

Dritte Runde:

Nun wiederum drei Steigeluftmaschen häkeln, und in den Fuß der drei Maschen ein Stäbchen häkeln. Nun häkelst du je ein Stäbchen in die drei folgenden Stäbchen. Dann wieder zwei Stäbchen in ein Stäbchen häkeln. So bis zum Ende der dritten Runde fortfahren und mit einer Kettmasche schließen.

IMG_3029

 

Vierte Runde:

Wie die dritte Runde arbeiten, also jedes vierte Stäbchen verdoppeln.

Fünfte Runde:

Ebenso wie Runde drei und vier arbeiten. Nun kannst du schon sehen, das es sich ein wenig wölbt. Soll die Mütze noch weiter werden (für besonders dicke Schädel 🙂 ), kann noch eine sechste Runde in ebensolcher Arbeitsweise gehäkelt werden.

IMG_3031

 

Runde sechs bis zwölf:

Am Anfang jeweils drei Steigeluftmaschen, und in jedes Stäbchen ein Stäbchen häkeln. Am Ende jeder Runde mit einer Kettmasche schließen. Fertig ist das Grundmodell. Du kannst noch weitere Reihen dranhäkeln, dann hast du eher eine Beanie. Diese Reihenangabe hier ist genau richtig für meinen Kopf, sie geht inklusive der Borte bis an die Ohren.

IMG_3033

 

Abschlussborte:

Hier habe ich Reliefstäbchen genommen. Die Videoanleitung dazu gibt es hier auf meinem YouTube-Kanal: Reliefstäbchen als Schmuckkante

Zum Abschluss kannst du aber auch Picots oder sogenannte Mausezähnchen häkeln. Ich kombiniere immer gerne beides, also mache auf die Reliefstäbchen noch eine Reihe Picots drauf. Die Anleitung für Picots/ Mausezähnchen findest du auch auf meinem Kanal: Picots/ Mausezähnchen häkeln

Du kannst nun deiner Phantasie freien Lauf lassen und Deine Mütze dekorieren. Einfache Kreuzstiche sind immer sehr dekorativ. Du kannst auch Perlen, Bommel und Knöpfe drapieren. So wird jedes Stück ein tolles Unikat. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß und würde mich über Feedback und Empfehlungen freuen.

Liebe Grüße und allzeit immer viel Wolle!

Helmi 🙂

IMG_3042

IMG_3037

IMG_6984

 

 

 

Verlassen Sie die Komfortzone!

„Verlassen Sie die Komfortzone!“ lese ich in meinem Waagehoroskop der aktuellen GALA-Ausgabe den warnenden Hinweis, es mir nicht allzu bequem in meinem jetzigen Zustand zu machen. Was aber nicht so einfach ist, da ich ja vom Prinzip her ein gemütlicher , häuslicher Mensch bin, der sich gerne mal in Selbstgestricktes einkuschelt und ein leidenschaftlicher „Sturm der Liebe „- Fan ist. Was gibt es Schöneres, als es sich bei einer Tasse Kaffee, und einer seichten Soap mit Wolle und Nadel zu beschäftigen? Die Dialoge im Fernsehen hört man, sie sind oft so simpel, das man die Handlung der Serie kapiert, ohne zwingend hinschauen zu müssen. Die Augen kümmern sich definitiv um das Strick/Häkelwerk.
Geht es ihnen in anderen Lebenssituationen nicht auch so, wenn sie ehrlich sind, liebe Leserin? Man sitzt in einer Runde als Einziger der strickt, und alle anderen unterhalten sich.Wenn das Thema uninteressant ist, schaut man  konzentriert auf das Strickwerk, blickt ab und zu hoch, um Interesse zu signalisieren und macht einfach weiter. Wie beim  Daily-Soap-schauen. Das wird von den anderen respektiert, schliesslich ist man ja sehr beschäftigt. Und das wirkt keinesfalls unhöflich, sondern wird so akzeptiert. und so hat man seine Ruhe, kann aber dennoch die Gesellschaft der anderen genießen.
IMG_0334
Immer locker bleiben! In einem gehäkelten Poncho meiner lieben Freundin Petra Perle aus feiner Baby-Merino von Ferner überhaupt kein Problem 🙂
Handarbeiten ist schon ganz schön meditativ. Man sitzt da, und konzentriert sich auf seine Arbeit. Für Aussenstehende ist das meistens ein sehr angenehmer und entspannender Anblick. Oftmals wird man interessiert gefragt, was das denn wird, was man da grade strickt oder häkelt. Auf die Antwort folgen häufig Sätze wie: „Ich könnte das nicht!“ oder „Was für eine Arbeit! Da kann man es sich doch besser in einem Geschäft als Fertiges kaufen.“ Solche Sätze können Sie getrost ignorieren, denn die leidenschaftliche Handarbeiterin, weiß ihre Arbeit selbst zu wertschätzen. Und das man nicht handarbeiten kann, zählt nicht, denn wenn man will, ist dies alles schnell erlernbar. (Youtube oder Facebookgruppen geben da heute gute Hilfestellung, wo früher noch Muttern oder Großmutter zur Seite gestanden hat).
„Werden Sie unbedingt kreativ!“ steht da weiter in meinem Horoskop. Da muss ich doch schmunzeln.
Wenn die in der GALA- Redaktion wüssten….;-)